Album der Woche: Superorganism von Superorganism

Superorganismus sind wirklich eine Band der Moderne. Die Mitglieder des 17-jährigen Orono Noguchi stammen aus verschiedenen Teilen der Welt, darunter aus Großbritannien, Südkorea, Australien und anderen Ländern. Vereinigung aufgrund der Existenz des Internets. Ursprünglich verband sich Noguchi mit der neuseeländischen Indie-Pop-Band The Eversons, bevor sich drei weitere Mitglieder zusammenschlossen, um das zu bilden, was wir heute als Superorganism kennen. Ähnlich wie ihre ungewöhnliche Entstehungsgeschichte ist ihr Sound erfrischend modern und bringt Spaß in eine sonst so generische Poplandschaft.

Eine Sache, die an dieser Band auffällt, ist die mangelnde Angst beim Experimentieren mit Klängen. Deren Mosaik-Kompositionsstil ist zeitweise chaotisch, mit ‘Nai’s March’, das Samples von einem Bahnhof in Tokio und verschiedene Geräusche von einer nahegelegenen Spielhalle enthält, die ein diskordantes Zwischenspiel in einem ansonsten beruhigenden und melodischen Lied erzeugen. ‘The Prawn Song’ ist ähnlich seltsam, zeigt aber eine Tiefe, die in der vorherigen Spur nicht zu sehen ist; Kritik an der Gewalt und dem Hass in der Gesellschaft, indem demonstriert wird, dass Garnelen überraschend komplexe soziale Systeme haben, aber viel friedlicher sind als Menschen. Die seltsamen Squelches und das fröhliche Tempo unter den Texten “Du machst es, ich mache es mir / Chillin ‘am Meeresgrund” spiegeln die Seltsamkeit dieser Analogie wider.

Eine weitere Kritik der Gesellschaft findet sich in dem Titel ‘Everybody Wants to Be Famous’ (Jeder will berühmt werden). Das dazugehörige Musikvideo zeigt eine fiktive Geschichte der Band, in der sie durch einzigartige Musik eine Fangemeinde aufbauen, die sie nur dann an Werbekunden verkaufen, wenn sie es wollen berühmt. Noguchis beruhigender Gesang wird durch Registrierkassentöne und einen Champagnerkorken ausgeglichen, der zwischen MIAs ‘Paper Planes’ und Rave-Musik der frühen 90er-Jahre auftaucht. ‘Nobody Cares’ bietet ein grungy Gitarrenspiel und eine nicht alltägliche Gesangsdarbietung mit Texten, die immer wieder behaupten, dass es niemanden interessiert, was sowohl als Geschenk als auch als Fluch erklärt wird. Ähnliche Glissando-Gitarrenriffs gibt es auf “Reflections On The Screen”, was ihm eine Super-8-artige Nostalgie verleiht, die eine fröhliche Ruhe schafft.

Die Band taucht tiefer in die farbenfrohe Klanglandschaft und den Spaß ein, den die Band in ihren Songs ausdrückt, und zeigt eine pessimistische Einstellung und einen sozialen Kommentar, der der Mehrheit des heutigen Pops wohl fehlt. ‘SPRORGNSM’ fungiert als Hymne der Bands und fordert die Fans auf, “deine Gedanken in mein Gehirn zu stecken und du wirst sehen”, worum es bei ihnen geht. Dabei ist leicht zu erkennen, dass ihr lebendiger und wunderbar einzigartiger Stil mit einer Tiefe verbunden ist, die sich für die Zukunft der Popmusik von heute als aufregend erweist.

Artikel: Mariella Bevan

URY Musikredakteur: Alex West