Wie das Gehirn die Musik entwickelt hat… oder umgekehrt (Teil I).

Warum Musik so schön und manchmal wunderbar unerklärlich sein kann. Ein kombinierter Ansatz über Geschichte, Mathematik, Neurowissenschaften und Technologie.

Haben Sie sich jemals gefragt, wie Musik entstanden ist? Und ich meine nicht die ganze Musikgeschichte im Laufe der Jahre, von mittelalterlichen Liedern, Romantik bis Lady Gaga. Ich meine ” Warum wurde es geschaffen?”.

Musik ist seit langem um uns herum und reicht bis in prähistorische Zeitalter zurück. Im Gegensatz zur Sprache ist es jedoch schwieriger, ihre Ursprünge zu verfolgen. Im Fernsehen oder in Zeitschriften sehen wir immer die malerischen Zeichnungen an den Höhlenwänden eines Mannes, der seine Beute jagt (oder vor ihnen davonläuft). Diese Handlungen wurden immer in Geschichten dargestellt, um Pläne zu schmieden oder Wissen unter seinem Stamm zu teilen. Wenn Biologen komplexe menschliche Aktivitäten wie irgendeine Form von Kunst betrachten, verknüpfen sie diese Handlungen tatsächlich als Ableitung der Grundbedürfnisse. Zum Beispiel ist es „sinnvoll“, über die Malerei nachzudenken, wie man die Außenwelt durch Sehen verstehen und möglicherweise äußere Gefahren für seine Gruppe besser beeinflussen und über diese informieren kann. Aber was ist mit Musik?

„Da Musik die einzige Sprache mit den widersprüchlichen Eigenschaften ist, gleichzeitig verständlich und unübersetzbar zu sein, ist der Musikschöpfer ein Wesen, das mit den Göttern vergleichbar ist, und Musik selbst das höchste Mysterium des Wissenschaftsmenschen“ – Claude Levi-Strauss

Wie Claude Levi-Strauss feststellte, dient Musik nicht den gleichen Zwecken wie die Höhlenwandzeichnungen. Da Musik als Kommunikationsmittel gedacht werden kann, hat sie ihre eigenen Besonderheiten:

  • Musik ist nicht gegenständlich: Im Gegensatz zu Stieren und Vögeln, die an der Höhlenwand gemalt sind, kann Musik nicht explizit verwendet werden, um etwas Physisches in der realen Welt abzubilden, dh es schärft nicht unsere Wahrnehmung der Außenwelt.
  • Musik ist nicht aussagekräftig: Abgesehen von allgemeinen Emotionen kann Musik keine komplexen Ideen oder Theorien über die Welt vortragen. Darüber hinaus unterscheiden sich diese Gefühle auch durch verschiedene Faktoren wie Alter und geografische Lage, dh Musik aus dem Osten und dem Westen.

Trotz aller Widerstände fanden die Forscher Hinweise darauf, dass Musik genau wie die Wandmalerei tief in die prähistorische Menschenkultur integriert war. Wandgemälde von tanzenden Menschen oder sogar alten Instrumenten (die älteste pentatonische Tonleiter aller Zeiten!) Bestätigen die Vorstellung, dass sich die Menschheit zusammen mit der Musik entwickelt hat. Ältere Funde sind noch schwieriger zu finden, da die Musik tatsächlich erst nach der Erfindung eines Notationssystems überlebt hat, das schriftliche Aufzeichnungen ermöglicht hat, oder nachdem Generationen ihr Wissen weitergegeben und ihre traditionellen Klänge und Rhythmen nachgebildet haben. Man kann sich also immer noch die Frage stellen: “Woher hat der Mensch seine musikalischen Fähigkeiten?”